Vieles spricht dafür, dass die Stringtheorie zusammen mit der Supersymmetrie wesentliche Ideen für eine allumfassende physikalische Theorie enthält und vermutlich ein wichtiger Schritt dahin ist. So kommt in der Stringtheorie die Gravitation gleichsam nebenbei heraus, und zwar in einer quantisierbaren Form. Die Stringtheorie ist also eine funktionierende Basis für eine Quanten-Gravitationstheorie. Außerdem ist die Stringtheorie so reich an Strukturen, dass auch die anderen Naturkräfte in ihr im Prinzip beschrieben werden können.
Es lohnt sich also, wenn wir uns zumindest grob mit der Stringtheorie beschäftigen und zu versuchen, einige der wesentlichen Ideen zu verstehen. Mehr zu den Grundideen finden Sie beispielsweise auch in den beiden populärwissenschaftlichen Bücher von Brian Greene: Das elegante Universum, 2002, ISBN 3442760267 und Der Stoff, aus dem der Kosmos ist - Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit, 2004, ISBN 388680738 sowie in der dazugehörenden TV-Dokumentation von Brian Greene The Elegant Universe (Video auf der Webseite verfügbar).
Wie schon im vorherigen Kapitel über Supersymmetrie ist es auch bei der Stringtheorie unmöglich, sie in einem Kapitel im Detail zu verstehen. Schließlich gibt es ganze Bücher zu dem Thema. Dennoch sollte es möglich sein, wenigstens die Grundideen grob zu erfassen. Das wollen wir hier versuchen. Mühsame Rechnungen oder überlange Formeln werde ich dabei weglassen oder sie nur grob schematisch darstellen, um ihre Struktur sichtbar zu machen. Fangen wir also an!
Im ersten Schritt wollen wir uns klassische relativistische Strings ansehen. Eine gute Darstellung dazu können Sie beispielsweise in Gerard 't Hooft: Introduction to String Theory, Kapitel 2 finden. An dieser Darstellung werde ich mich hier teilweise orientieren.
Klassische relativistische Strings sind unendlich dünne Fäden aus reiner Energie (bzw. Masse), die sich durch den Raum bewegen. Quanteneffekte spielen dabei noch keine Rolle – sie kommen später. Solche klassischen Strings gibt es in der Natur so zunächst nicht. Wenn wir aber später Quanteneffekte berücksichtigen, so können wir extrem winzige quantisiserte Strings als Elementarteilchen auffassen und so theoretisch eine Quantentheorie aller Natürkräfte aufbauen.
Zurück zu den klassischen Strings. Wir stellen uns vor, dass ein String nichts anderes ist als ein winziger Faden aus reiner Energie (bzw. Masse), die sich gleichmäßig entlang einer eindimensionalen Linie oder Kurve (dem Faden) im Raum verteilt. Die Frage "Woraus besteht ein String" ist damit so beantwortet: "Aus reiner Energie".
Die Energiedichte bzw. Massendichte entlang eines ruhenden String-Teilstücks soll überall am String gleich groß sein. Anders ausgedrückt: der String besitzt eine konstante Massendichte pro Länge. Dabei ist mit dieser Massendichte bzw. Energiedichte immer die Ruhemasse bzw. Ruheenergie pro Stringlänge im Ruhesystem des jeweiligen Stringstücks gemeint.
Wenn wir einen String verlängern, so müssen wir ihm dazu Energie zuführen, um das neue Stringstück mit derselben Massendichte zu versehen wie die alten Stringstücke. Der String verhält sich also nicht wie ein Gummi, sondern eher wie eine Flussröhre eines Magnetfeldes mit konstanter Feldstärke.
Klassisch kann man sich vorstellen, dass man zur Verlängerung eines Strings an einem seiner Enden ziehen muss.
Wenn man dabei gegen eine konstante Zugkraft
Diese Energiemenge
Im Folgenden wollen wir wie üblich die Einheiten so wählen, dass die Lichtgeschwindigkeit aus den Formeln herausfällt. Massen werden also in Energieeinheiten gemessen, Längen in Lichtsekunden und Geschwindigkeiten in Bruchteilen der Lichtgeschwindigkeit.
Wir wollen uns den String vollkommen strukturlos vorstellen. Das bedeutet: Die einzige Möglichkeit, einem ruhenden String Energie zuzuführen, besteht darin, ihn zu verlängern oder aber ihn in Bewegung (z.B in räumliche Schwingungen) zu versetzen.
Versuchen wir, mit diesem Bild im Hintergrund ein einfaches relativistische Wirkungsfunktional aufzustellen,
aus dem man die Bewegungsgleichungen als Euler-Lagrange-Gleichungen ermitteln kann
(siehe Quantenfeldtheorie und Eichfelder, Kapitel 3 und folgende).
Den String wollen wir durch die räumliche Bogenlänge
Die Freiheitsgrade des Strings sind nun an jeder Stelle
Um die Lagrangefunktion für die Wirkung aufzustellen, lassen wir uns von der relativistischen Lagrangefunktion eines freien Teilchens leiten. Aus Kapitel 5.2 wissen wir:
Ein kräftefreier Körper bewegt sich zwischen zwei vorgegebenen Raum-Zeit-Punkten auf derjenigen Kurve mit extremaler (genauer: maximaler) Eigenzeit (Trödelprinzip).
Das gilt sogar in Anwesenheit von Gravitation. Gleichbedeutend damit ist, dass die Raum-Zeit-Bahnkurve (Weltlinie) des Körpers eine Geodäte in der Raumzeit ist.
Als Wirkungsfunktional
Ein sich frei bewegendes Teilchen wird sich dann zwischen zwei vorgegebenen Raum-Zeit-Punkten auf derjenigen Kurve (Weltlinie) bewegen, bei der auf der mitgeführten Uhr die maximale Zeit verstreicht. Das Prinzip der extremalen Wirkung (hier der maximalen Eigenzeit) sorgt dann dafür, dass die Euler-Lagrange-Gleichungen genau die richtigen Bewegungsgleichungen ergeben.
Meist multipliziert man die Eigenzeit noch mit der Ruhemasse
Der Ausdruck
Man könnte auch sagen:
Da nun
In Gekrümmte Räume, Kapitel 11
können Sie nachlesen, wie ein invariantes Flächenelement
Die Gramsche Matrix
Anmerkung:
In Gekrümmte Räume, Kapitel 11
haben wir die Bezeichnung
Die Wirkung des klassischen relativistischen Strings lautet also:
|
mit der Langrangedichte
Man nennt diesen Ausdruck die Nambu-Goto-Wirkung.
Sie ist unabhängig von der Parametrisierung der Fläche, die der String bei seiner Wanderung
in der Raumzeit durchläuft. Er ist offensichtlich auch invariant bei Poincarétransformationen, denn
diese ändern die Matrixelemente
Während bei einem Punktteilchen die Wirkung durch die Vierer-Länge (Eigenzeit) der Bahnkurve (Weltlinie) in der Raumzeit gegeben ist, ist sie für einen String durch die Fläche in der Raumzeit gegeben, die der String durchläuft. Gemeint ist natürlich nicht eine wirkliche Fläche, sondern eine Verallgemeinerung des Flächenbegriffs, bezogen auf die Minkowski-Metrik.
Können wir aus der obigen Formel unseren Start-Ausdruck
Wenn
Den zweiten Parameter
Wir können nun die Parametrisierung wieder so wählen,
dass
Mit der Eigenzeit
Damit haben wir unser erstes Ziel schon erreicht:
Wir kennen das Wirkungsfunktional eines
klassischen relativistischen Strings – es war gar nicht so schwer.
Damit können wir nun loslegen und klassische Bewegungsgleichungen (Euler-Lagrange-Gleichungen) aufstellen. Das können wir analog zu Quantenfeldtheorie und Eichfelder, Kapitel 4 machen:
Die beiden Flächenparameter
Damit können wir die Euler-Lagrange-Gleichungen durch Vergleich mit
der entsprechenden Formel
|
Die Lagrangedichte
Anders die Wirkung: Sie ist ein Funktional von einem Funktionenraum in die reellen Zahlen.
Bei Strings entfällt sogar die Abhängigkeit von
Bei der Ableitung der Euler-Lagrange-Gleichungen
muss man Randbedingungen für die Fläche vorgeben, so dass beim partiellen Integrieren
(Integralsatz von Stokes, siehe Gekrümmte Räume, Kapitel 11)
die Randterme
für den Rand
Die Wurzel in der Lagrangedichte
verkompliziert die Euler-Lagrange-Gleichungen erheblich.
Es wäre daher schön, die Wurzel
Eine Möglichkeit dazu hatten wir oben schon genutzt, indem wir als Parameter die Eigenzeit und die Bogenlänge gewählt haben, sodass der zweite Term unter der Wurzel wegfällt und der erste Term 1 wird.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dafür zu sorgen, dass der erste Term gleich Null und der zweite
Term gleich Eins wird. Um Verwirrung zu vermeiden, wollen wir die entsprechenden Parameter
mit
An
Damit fällt die Wurzel in Lichtkegelkoordinaten weg und wir haben
In Lichtkegelkoordinaten kann man die Euler-Lagrange-Gleichungen
(Bewegungsgleichungen) nun leicht aufstellen und lösen.
Aus der Lagrangefunktion
Eine weitere Möglichkeit, die Wurzel in der Lagrangefunktion bzw. Wirkung teilweise loszuwerden, ist der Folgende:
In der Wirkung fügen wir die Identität
Man kann nun die Parametrisierung der String-Weltfläche geschickt wählen, so dass
die Matrix
Damit wollen wir es mit mathematischen Details genug sein lassen. Immerhin ist es beruhigend, dass wir in der Lage sind, das Wirkungsfunktional zu verstehen und die Euler-Lagrange-Gleichungen aufzuschreiben, zusammen mit den Randbedingungen. Nun beginnt die eigentliche Arbeit: die Analyse der Gleichungen und Randbedingungen sowie die Lösung der Bewegungsgleichungen. Dabei spielen auch Begriffe wie Energie-Impuls-Tensor, Schwerpunktsbewegung, Drehimpuls und Schwingungsmoden eine Rolle. Wir wollen uns die mühsamen Details hier ersparen. Immerhin können wir uns vorstellen, dass der String sich als Ganzes bewegen kann, dass er rotieren und schwingen kann und dass man all diese Aspekte in den Lösungen der Bewegungsgleichungen wiederfindet.
Wenn man die klassische Stringtheorie gut genug verstanden hat, kann man versuchen, sie zu quantisieren. Wie so etwas im Prinzip geht, kann man in Quantenfeldtheorie und Eichfelder, Kapitel 2, Kapitel 3, Kapitel 4 und Kapitel 5 nachlesen. Hier sind noch einmal die wesentlichen Ideen:
Im üblichen Ansatz sucht man einen passenden Hilbertraum, dessen Vektoren
die möglichen Quantenzustände darstellen. Meist kann ein solcher Vektor als geeigntete Funktion
auf der Raumzeit dargestellt werden. Die Wahrscheinlichkeitsamplituden sind dann
durch ein passendes Skalarprodukt gegeben. Freie Teilchen entsprechen ebenen Wellen,
wobei der Viererimpuls
Die dynamischen Variablen (Observablen) der klassischen Theorie werden nun durch hermitesche Operatoren auf dem Hilbertraum dargestellt. Die Werte, die diese Variablen annehmen können, entsprechen den Eigenwerten der Operatoren. Die Zeitentwicklung der Quantenzustände muss so gewählt werden, dass sich die quantenmechanischen Mittelwerte der Observablen wie wie die zugehörigen klassischen Größen verhalten (bis auf Terme proportional zu Potenzen des Planckschen Wirkungsquantums).
Eine etablierte Vorgehensweise besteht darin, die klassische Theorie in eine Hamiltonsche Formulierung mit antisymmetrischen Poissonklammern zu bringen. Die algebraische Struktur dieser Poissonklammern kann man dann in eine analoge algebraische Struktur von Kommutatoren der Operatoren in der Quantentheorie übersetzen. Das nennt man auch kanonische Quantisierung.
Eine Alternative ist die Pfadintegralquantisierung nach Feynman und Dirac.
Sie basiert auf der Lagrange-Formulierung der klassischen Theorie.
Dabei wird eine Wahrscheinlichkeitsamplitude zwischen einem Anfangs- und einem Endzustand
über die Interferenzregel berechnet, d.h. es werden alle denkbaren
Möglichkeiten aufintegriert, die von dem Anfangszustand zum Endzustand führen können.
Jede Möglichkeit trägt dabei mit einer Amplitude bei, die proportional zu
Die Quantisierung bei Strings hat viele Ähnlichkeiten mit der Quantisierung von Eichtheorien. Der Umeichung der Eichpotentiale entspricht hier die Umparametrisierung der String-Weltfläche. Daher wundert es nicht, dass man sich bei der Quantisierung der Stringtheorie mit denselben Problemen herumschlagen muss wie in der Eichtheorie (siehe Quantenfeldtheorie und Eichfelder, Kapitel 5).
Man kann z.B. die Parametrisierung vor oder nach der Quantisierung fixieren und muss dann ggf. die Unabhängigkeit der Quantentheorie von der gewählten Parametrisierung nachweisen. Berücksichtigt man Randbedingungen erst nach der Quantisierung, so ist der entstandene Hilbertraum zunächst zu groß und muss geeignet reduziert werden (d.h. die Randbedingungen werden dann dadurch berücksichtigt).
Analog muss man bei den Pfadintegralen aufpassen, dass man jede Stringweltfläche nur einmal im Pfadintegral berücksichtigt und nicht verschiedene Umparametrisierungen mit berücksichtigt. Die Methode dazu ist bekannt, siehe Quantenfeldtheorie und Eichfelder, Kapitel 5, Stichwort: Faddeev-Popov-Determinante. Dabei treten sogenannte Geistfelder auf, die die entsprechende Buchhaltung sicherstellen.
Wie sieht nun die Quantentheorie von Strings aus? Nun, Stringzustände haben zunächst einmal eine Schwerpunktsbewegung analog zu einem Atom in der üblichen Quantentheorie. Dies entspricht einer ebenen Welle. Hinzu kommen innere Schwingungen und Rotationen, die u.a. durch unendlich viele harmonische Oszillatoren dargestellt werden können (ähnlich wie bei einem Feld).
Insgesamt ist die Konstruktion des Hilbertraums nicht ohne Probleme. So treten bei der Quantisierung unphysikalische Zustände auf, z.B. Zustände mit negativer Norm. Eine genaue Analyse (No-Ghost-Theorem) zeigt, dass der Hilbertraum nur dann alle Anforderungen erfüllt, wenn die Raumzeit 26-dimensional ist (eine Zeitdimension, 25 Raumdimensionen).
Die unphysikalischen Zustände kann man vermeiden, wenn man die klassische Theorie in Lichtkegelkoordinaten formuliert und quantisiert. Allerdings muss man später überprüfen, ob die Quantentheorie noch Poincaré-kovariant ist, also verträglich ist mit der speziellen Relativitätstheorie. Auch hier zeigt sich: das ist wieder nur der Fall, wenn die Raumzeit 26-dimensional ist.
Sogar die Pfadintegralquantisierung erfüllt nur dann alle Anforderungen, wenn die Raumzeit 26-dimensional ist. Die Details lasse ich hier weg.
Es tritt noch ein ungewöhnliches Phänomen bei der Quantisierung auf: Es zeigt sich, dass der Hilbertraum einen Zustand mit negativem Massenquadrat enthält. Man kann sich überlegen, dass dies einem sogenannten Tachyon entspricht, also einem Teilchen, das sich mit Überlichtgeschwindigleit bewegt (Star Treck Fans atmen auf). So ein Teilchen ist aus verschiedenen Gründen physikalisch nicht akzeptabel. Normalerweise signalisiert es, dass das Vakuum der Quantentheorie instabil ist, also nicht der Zustand niedrigster Energie ist. Erst die Supersymmetrie ist in der Lage, dieses Tachyon aus der Theorie zu entfernen.
Um von den 26 Dimensionen auf die üblichen 4 Raumzeit-Dimensionen zu kommen, muss man
22 dieser Dimensionen eng aufwickeln, also kompaktifizieren, so dass sie
in den heute experimentell zugänglichen Energiebereichen keine Rolle spielen.
Dies kann man auf verschiedene Arten tun. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, einen
mehrdimensionalen Torus zu bilden (so wie man bei einer Dimension einen Kreis bildet).
Den Radius des Torus in einer Dimension bezeichnet man oft als
Ein Beispiel: Kompaktifiziert man bei einer zweidimensionalen Fläche eine der beiden Dimensionen,
so erhält man eine Zylinder-Oberfläche mit Radius
Das Aufrollen von Dimensionen hat zwei Folgen:
Man macht nun eine interessante Beobachtung:
Wenn wir in der Stringtheorie geschlossener Strings (also Schlaufen)
den Zylinderradius
Es macht demnach keinen Sinn, den Zylinderradius kleiner als 1 (der Planck-Länge) zu wählen,
weil man doch nur wieder eine Quantentheorie erhält, wie man sie zuvor schon
bei größerem
Bei offenen Strings wird man über die Randbedingungen dazu geführt, dass man neben den offenen Strings mit einer Raumdimension auch sogenannte D-Branes mit 24 Raumdimensionen braucht, die sich beide in 25 Raumdimensionen (plus eine Zeitdimension) bewegen. Der String endet gleichsam auf der D-Brane, so wie man im dreidimensionalen Raum die Enden eines Fadens an einer Fläche befestigen kann. Man hat herausgefunden, dass die Existenz eines Tachyons (siehe oben) etwas mit der Instabilität von D-Branes zu tun hat (siehe Washington Taylor, Barton Zwiebach: D-Branes, Tachyons, and String Field Theory, hep-th/0311017 ).
Man kann noch andere Dualitäten finden, und über ein Wechselspiel mit den Randbedingungen werden noch Branes mit anderen Dimensionen interessant. Es sieht so aus, als ob neben den Strings auch D-Branes zwangsläufig als Objekte in einer Stringtheorie auftreten (so kann man D-Branes als solitonartige – d.h. nicht auseinanderlaufende – Lösungen in der Stringtheorie ansehen). Die Details überspringen wir hier.
Die Supersymmetrie hatten wir uns bereits in Kapitel 6.1 angesehen.
Sie tritt auf, wenn man in einer Theorie Bosonfelder und Fermionfelder geeignet
miteinander mischen kann, so dass die Wirkung dabei unverändert bleibt.
Dabei spielen auch Raumzeit-Ableitungen der Felder bei der Mischung eine Rolle – daher
ist die Supersymmetrie mit den Raumzeitsymmetrien der Relativitätstheorie eng verwoben.
Die Poincarégruppe wird zu einer Super-Poincarégruppe erweitert.
Man kann eine Formulierung wählen, bei der die Raumzeitkoordinaten
Warum Supersymmetrie? Nun, bereits in der normalen Quantenfeldtheorie hat die Supersymmetrie viele Aspekte, die sie zu einer attraktiven Symmetrie machen (siehe vorhergehendes Kapitel). Außerdem braucht man sie, um neben Bosonen auch Fermionen in der Stringtheorie beschreiben zu können. Zudem zeigt sich, dass sich viele Probleme der Stringtheorie mithilfe der Supersymmetrie lösen lassen – beispielsweise verschwindet das Tachyon.
Wie baut man nun Fermionen auf supersymmetrische Weise in die Stringtheorie ein, die bisher nur bosonische Strings enthält? In Gerard 't Hooft: Introduction to String Theory (S. 47) macht man das so:
Zu den bosonischen Raumzeitkoordinaten
Wenn man will, kann man sich auch vorstellen, dass die
Man baut nun die Fermionfelder (besser: Grassmannkoordinaten) ähnlich ein, wie man das im einfachsten supersymmetrischen
Modell (Wess-Zumino-Modell, siehe Kapitel 6.1) tut.
Die Koordinaten
Solche Terme sind supersymmetrisch, d.h. man kann analog zum Wess-Zumino-Modell
eine Transformation zwischen
Natürlich muss man nun in eine detaillierte Analyse dieser Theorie einsteigen und sich auch mit der Quantisierung befassen. Man erkennt, dass das bosonische Tachyon verschwindet, d.h. der quantenmechanische Vakuumzustand ist stabil. Außerdem ändert sich die Dimension der Raumzeit, in der die Theorie konsistent ist: Statt 26 Raumzeit-Dimensionen braucht man nun 10 Raumzeit-Dimensionen (eine Zeitdimension und 9 Raumdimensionen).
© Jörg Resag, www.joerg-resag.de
last modified on 13 December 2023